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Feb. 2020 - Zur Freiheit berufen

Michael DiehlDer moderne Mensch ist frei und unabhängig und gestaltet sein Leben, wie er will. In vielen Bereichen ist das auch so. Nie hatten wir so viele individuelle Möglichkeiten. Wie zu keiner anderen Zeit ermöglicht unser Wohlstand es uns, in vielen Bereichen unseres Lebens zu tun, was wir wollen. 

So viel Freiheit war nie. Die meisten Menschen in der Welt haben diese Möglichkeiten nicht. Doch wenn wir ganz genau hinschauen, sind wir nicht nur frei, sondern häufig auch abhängig von der Meinung anderer Menschen oder von dem „was man so tut.“ Wirklich frei zu sein und sich gegen den Mainstream zu stemmen, wo einem das wichtig erscheint, ist dann doch unter Umständen gar nicht so einfach.

Der Wochenspruch für Februar erinnert uns daran, dass wir Christenmenschen freie Menschen sein sollen, nur einem unterstellt und nur von einer Meinung abhängig, von der Jesu Christi. „Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte“, schreibt Paulus den Korinthern im 1. Brief, Kapitel 7,23. Durch Jesus sind wir neue Menschen, nur noch bedingt sind wir in dieser Welt wirklich zu Hause, so schön sie auch ist und so sehr wir sie genießen dürfen und sollen. Aber unseren Wert und unsere Identität erhalten wir aus dem Glauben. Wir sind durch den Glauben Kinder Gottes, neue Menschen, ausgestattet mit seinem Geist. Wir sind Heilige, Menschen, die zu Jesus Christus gehören, von ihm erwählt und für immer befreit aus der Macht der Sünde.

Aber diese Identität zu leben ist nicht so einfach. Jesus ist unsichtbar, im Gegensatz zu Instagram oder unserem Nachbarn, Lehrer, Mitschüler oder Arbeitskollegen. Ihre Meinung über uns ist uns manchmal doch sehr wichtig. So wichtig, dass wir uns auch schon mal verbiegen, um ihnen zu gefallen. Der Mensch ist halt doch einer, der dazugehören will. Das funktioniert über soziale Konventionen: dabei sein und von den anderen akzeptiert werden. Dabei werden häufig auch Menschen akzeptiert, die ihre eigenen Standards haben und diese selbstbewusst leben. Doch dazu gehört schon ein gewisses Rückgrat – eines, das Jesus uns gibt.

Die Frage, inwiefern die neuen Medien uns abhängig von den Likes und Daumen machen, wurde nach meinem Eindruck bisher noch nie so ganz ehrlich diskutiert. Auf jeden Fall machen sie doch viele abhängiger von der Meinung der anderen, als sie zugeben. „Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei“, sagt Jesus. Wirklich frei heißt dann tatsächlich auch frei von der Meinung der anderen, von dem Verdienst und dem Auto des Nachbarn. Frei von den fünf Kilo, die man zu viel hat, den Mukis, die einem fehlen, oder den Haaren, die einfach nicht so dicht wachsen wollen.

Der Monatsvers lädt uns ein, ehrlich zu fragen, wo ich mich vielleicht zu abhängig von der Meinung der anderen mache, und mir zu überlegen, was an Freiheit ich dadurch verliere. Christus hat uns frei gemacht. Er hat uns freigekauft. Er bereut es nicht, dich freigekauft zu haben. Er liebt dich von ganzem Herzen, er will deine Identität bestätigen, weil du ihm wichtig bist. Mach dich nicht abhängig von dem, was andere über dich denken und sagen. Werde nicht zu einem Abhängigen. Lebe frei, denn zur Freiheit bist du berufen.
 

Michael Diehl

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