Okt. 2018 - Schuldlos schuldig

In der vergangenen Woche erhielt ich einen Anruf von der Polizei. Eine Person wurde von einem Hund gebissen. Die Personenbeschreibung, der Ort an dem es zu diesem Beißvorfall kam, die Anzahl der Hunde – zugegeben, alles passte auf mich. So geriet ich unter Verdacht. SCHULDIG.

Aber dann kam die Beschreibung der Hunde. Und diese wiederum passte so überhaupt gar nicht auf meine beiden Hunde (abgesehen davon, dass ich niemals den Ort des Geschehens verlassen würde, wenn einer meiner beiden Hunde jemanden beißen würde). Ich beschrieb dem Polizisten das Aussehen meiner beiden Hunde, lud ihn ein, die beiden in meiner Wohnung anzusehen. Nein – das wollte er nicht. Dann würde er mich halt vorladen, weil die Indizien (die Personenbeschreibung) auf mich weisen würden.

Meine erste Reaktion war das Aufkommen eines Wutgefühls – doch der Heilige Geist belehrte mich in diesem Moment. Nein – ich wollte nicht auf den Menschen schimpfen und Negatives über seinem Leben aussprechen! Ich trat innerlich vor Gott und habe den Polizisten im Namen Jesu gesegnet – mit Wertschätzung und Anerkennung durch seinen Vorgesetzten, mit Freude an seinem Beruf, mit einem guten Miteinander unter den Kollegen und Erfolg. Und dann fuhr ich zur Gemeindefreizeit.

Heute dann kam tatsächlich die Vorladung per Post. Nun bin ich Beschuldigte in einem Strafverfahren. Schuldlos schuldig. Oder zumindest unter Verdacht stehend und zur Rechtfertigung aufgefordert, den Beweis zu erbringen, dass es nicht meine beiden Hunde waren. (Wie dankbar bin ich dafür, dass ich eine Rechtsanwältin zu meinem Freundeskreis zähle.)

Innerlich unruhig bin ich sehr bewusst in die Begegnung mit Gott gegangen, habe Lobpreislieder gesungen, IHN angebetet und Gott gelobt dafür, dass alles gut ausgehen wird. Und dann hat sich ein Gedanke in mir geformt. Mein Herr – Jesus Christus – war ebenfalls angeklagt. Beschuldigter in einem Strafverfahren – die Anklage: Gotteslästerung! Jesus – schuldlos schuldig gesprochen. ER hat sich dem Prozess gestellt. ER hat keinen Rechtsanwalt hinzu gezogen. ER hat sich verurteilen lassen, hat die Schuld auf sich genommen. ER gab sein Leben. Und warum?

Weil ER mich, dich, uns alle so unendlich liebt! Und ER hat entschieden, meine, deine, unsere Schuld zu tragen – stellvertretend. „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der ge- plagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Wort Gottes – Jesaja 53, 4f).

Was haben wir für einen wundervollen, liebenden Gott! IHN will ich loben und preisen mein ganzes Leben lang!

A. Krause